Nia

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~ Happy reading ~

 

 

Finding Sky - Joss Stirling Sky Bright zieht mit ihren Adoptiveltern Sally und Simon von London in das kleine Örtchen Wrickenridge, in Colorado/USA. Dort mitten in den Rocky Mountains treten Skys Eltern, die beide Künstler sind, einen Job im lokalen Kunstzentrum der Stadt an. Kaum angekommen, kommt die 16-jährige Sky in die örtliche High School und muss sich dort mit den amerikanischen Geflogenheiten arrangieren und neue Freunde finden.
Im Schulorchester lernt die musikalische Sky Zed, den jüngsten Spross der Familie Benedict kennen. Die Familie ist berühmt und berüchtigt für ihre gutaussehenden sieben Söhne. Sky fühlt sich ungemein von Zed angezogen, obwohl der sie ziemlich seltsam behandelt: Im einen Moment ist er abweisend, im nächsten hat sie das Gefühl, seine Gedanken zu hören. Da Sky schon ihr ganzes Leben mehr oder weniger damit beschäftigt ist, ihre seltsamen Fähigkeiten - etwa die Aura anderer Menschen als Farben zu sehen - zu unterdrücken, beschließt sie, sich von Zed fernzuhalten.
Doch das ist gar nicht so einfach. Jedenfalls nicht, seitdem Zed mitbekommen hat, dass Sky sein Seelenspiegel (Soulfinder) ist und sie somit auch zu den Savants gehört. Savants sind Menschen, die jeweils eine ganz spezielle Fähigkeit haben. Nicht jeder Savant findet seinen Seelenspiegel - kann dieser doch überall auf der Welt leben. Die Krux ist, je länger ein Savant ohne seinen Seelenspiegel leben muss, desto größer die Gefahr, dass er böse wird und seine Fähigkeiten für unlauterer Zwecke einsetzt. Und so gerät Sky bald in große Gefahr...

Joss Stirling hat mit Finding Sky ein Buch geschrieben, zu dem ich schon einige positive Rezensionen gelesen habe. Nachdem ich lange auf eine deutsche E-Book-Version gewartet habe, habe ich das Buch dann doch im Original gelesen. Das war vermutlich nicht die schlechteste Idee, weil ich alleine schon das Wort 'Seelenspiegel' für keine so tolle Übersetzung von 'Soulfinder' halte. Aber das nur vorweg.

Leider konnte Finding Sky meinen Erwartungen auch sonst nicht wirklich gerecht werden. Einfach schon, weil ich die Idee so wenig originell fand. Oder bin ich die einzige, die bei gutaussehende Familie mit besonderen Fähigkeiten und Seelenverwandtschaft an die Twilight Saga denkt? Hinzu kommt, dass Sky mit einer Menge Komplexen zu kämpfen hat, die in geheimnisvollen Traumata ihrer Kindheit begründet liegen. Das führt dazu, dass Sky sich oft sehr unlogisch benimmt und mir, bei allem Mitgefühl für sie, als relativ anstrengende Heldin in Erinnerung geblieben ist. Zusätzlich gibt es eine storybedingte Verwirrung, was die Sache nicht unbedingt besser macht. Hier kommt der nächste Kritikpunkt ins Spiel: Die Bösewichte sind so was von langweilig-böse. Sie haben ihre Seelenspiegel nicht gefunden und machen nun halt was sie wollen. Da sich ihnen die Familie Benedict entgegenstellt, sind das (für die Bösewichte) eben die erklärten Feinde. Meines Erachtens hätte auch einem Jugendbuch an dieser Stelle etwas mehr Tiefe gut getan.
Doch es gibt auch Positives zu vermelden: Trotz all der oben aufgeführten Kritikpunkte liest sich das Buch weg wie nichts. Joss Stirling schreibt packend, mitreißend und gut. Somit war Finding Sky in jedem Fall lesenswert. Ob ich aber über alle sieben Benedict-Brüder ein Buch lesen muss (so das denn überhaupt geplant ist), weiß ich noch nicht. Band Zwei Stealing Phoenix / Saving Phoenix und Drei Seeking Chrystal sind jedenfalls schon im Handel erhältlich.
Fazit: 3,5 Sterne