Nia

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~ Happy reading ~

 

 

Flying Moon - Katrin Bongard Mit 16 lebt Moon Parker, die Tochter eines Regisseurs und einer Bühnenbildnerin, in München. Auf einer Party, bei der ihr Vater die Produzentin seines nächsten Films becircen will, lernt Moon einen faszinierenden jungen Mann kennen. Beide fühlen sich extrem schnell wohl in der Gesellschaft des anderen, obwohl sie sich einander noch nicht mal vorgestellt haben. Nach einem Bad im Pool und einer ganzen Menge Champagner landen sie tropfnass im Bett der Gastgeberin. Doch bevor mehr als ein Kuss in entspannter Stimmung passiert, wird Moon von ihrem Vater erwischt und nach Hause gezerrt. Kurz darauf trennen sich Moons Eltern und die Mutter nimmt Moon und ihren zwei Jahre jüngeren Bruder Lion mit nach Deutschland.

Ein Jahr später gehen Moon und Lion zur Schule, die Mutter arbeitet am Potsdamer Theater und das Geld ist knapp. Vom Vater fehlt jede Spur, weil die Mutter den Kontakt meidet. Als Moons bester Freund Karl bei einem Filmcasting mitmacht, spielt Moon seine Partnerin - schließlich spielen beide schon eine ganze Zeit in der Theatergruppe der Schule mit. Der Regisseur ist von beiden so begeistert, dass er sie in dem Film haben will - Moon soll sogar die weibliche Hauptrolle übernehmen. Da ihre Mutter Film und Fernsehen inzwischen ablehnt, will Moon erst nicht mitmachen. Doch im Drehbuch sieht sie, dass niemand anders als ihr Vater der Autor des Buches ist. Sie und Lion hegen die Hoffnung, dass sie über den Film endlich wieder Kontakt zu ihm bekommen. Als die Dreharbeiten beginnen, wartet noch eine Überraschung auf Moon: Ihr Partner im Film wird von keinem anderen verkörpert als von dem Junge der Hollywoodparty. Den, den Moon auch über ein Jahr später noch nicht vergessen hat...

Flying Moon ist ein charmanter und unterhaltsamer Roman über das Filmbusiness und eine Liebesgeschichte zugleich. Katrin Bongard schreibt unheimlich plastisch, mitreißen und lustig, sodass ich das Buch fast in einem Rutsch durchgelesen habe. Sowohl die Story als auch die beiden Protagonisten nehmen einen von jetzt auf gleich gefangen. Auch die Nebencharaktere wie Karl, Krista, Sophie und Lion wachsen einem schnell ans Herz. Ob es beim Film wirklich so zugeht, kann ich nicht sagen. Da Katrin Bongard aber seit 10 Jahren im Filmgeschäft arbeitet und u.a. als Agentin junge Schauspieler betreut, gehe ich mal davon aus, dass man sich die Dreharbeiten zu einem Film ähnlich vorstellen darf, wie in Flying Moon beschrieben.

Einen Stern muss ich aber trotz der tollen Story abziehen. Denn die Geschichte enthält ein paar Widersprüche und Logikfehler: Etwa, dass die kleine und zierliche Moon sich gleich zu Beginn ein Partykleid ihrer großen und schlanken Mutter leiht. Auch dass sie, als Lion ernste Probleme in der Schule bekommt und sie sich wirklich Sorgen um ihn macht, trotzdem einen ganzen Tag mit Filmen verbringt, bevor sie ihn dann schließlich anruft. Denn es wird mehrfach erwähnt, dass man beim Film so viel Zeit mit Warten verbringen muss. Ziemlich unglaubwürdig fand ich noch, dass Moon keine Schauspieler kennt - und das, obwohl sie Theater spielt. Da fallen nämlich ein paar Namen, von denen man vermutlich selbst auf einer einsamen Insel ohne Fernsehanschluss schon gehört hat. Mir fallen noch einige Stellen ein, aber zum einen will ich nicht zu viel verraten, zum anderen hat es mich beim Lesen selbst nicht gestört. Diese Widersprüche oder Logikbrüche sind mir fast alle erst im Nachhinein aufgefallen. Trotzdem war das Buch einfach wunderbar leicht und locker zu lesen und ich werde ganz sicher die Augen nach weiteren Büchern von Katrin Bongard offen halten.

Wer ein Buch mit einer heiteren Liebesgeschichte genießen will und darüber hinaus noch ins Filmbusiness reinschnuppern möchte, ist mit Flying Moon genau richtig bedient. Für das Freiexemplar des E-Books bedanke ich mich ganz herzlich bei Red Bug Books.

Aus sicherer Quelle habe ich erfahren, dass die Party im ersten Kapitel nicht in Hollywood/L.A. sondern München spielt und die Rezi entsprechend abgeändert. Wäre interessant zu wissen, ob noch jemand beim Lesen diese falschen Schlüsse gezogen hat?