Nia

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~ Happy reading ~

 

 

Pandemonium  - Lauren Oliver *Achtung Review enthält Spoiler zu Delirium*

Lena hat es über den Zaun geschafft. Doch ihr geliebter Alex ist in Portland zurückgeblieben; angeschossen und von Soldaten überwältigt. Lena weiß nicht, ob er lebt oder gestorben ist. Und so klammert sich an ihre Hoffnungen und Träume - in denen Alex nicht nur lebendig, sondern bei ihr ist.

Pandemonium, Lauren Olivers Nachfolger zu Delirium, erzählt die Geschichte von Lena gleich in zwei Zeitsträngen:
In dem mit 'damals' (then) überschriebenen Kapiteln erleben wir Lenas Ankunft in der Wildnis und den harten Kampf, den sie dort führt: Mit sich selbst, um den Verlust von Alex irgendwie zu verkraften. Und mit der alles andere als zivilisierten Umgebung und deren Bewohnern. Da ist Raven, die schwarzhaarige Anführerin. Sie nimmt Lena in ihre Heimstätte auf und hält diese mit organisatorischem Geschick, Disziplin und einem ziemlich eisernen Regiment am Laufen. Dann ist da Tack, dessen Name so viel wie Stift oder Reiszwecke bedeutet und genauso unnahbar und gefährlich erscheint er Lena auch. Die kleine Blue versucht Lena zu meiden, weil sie Grace so ähnlich ist. Hunter ist ein schrecklich schlechter Jäger, aber eine Seele von Mensch. Sie alle kämpfen täglich um das Überleben.
In den mit 'heute' (now) bezeichneten Kapiteln begleiten wir Lena bei ihrem Leben in New York. Unter neuer Identität lebt sie dort und versucht, die DFA, das feindlichste aller Lager auszuspionieren. DFA steht für Deliria-freies Amerika und die Organisation arbeitet mit Hochdruck an diesem Ziel. Bei einem der großen Treffen begegnet Lena zufällig Julian Fineman, dem Sohn des DFA-Gründers und einer echten Ikone der Organisation.

Nach und nach ergibt sich durch das Puzzle von 'damals' und 'heute' ein Bild einer neuen, stärkeren und sehr viel energischeren Lena. Welche Wandlungen Lena durchmacht, wie sie dabei von ihren Gefährten aus der Wildnis unterstützt wird und warum Julian viel faszinierender ist, als gedacht - das müsst ihr wirklich selber lesen. Pandemonium fängt ebenso wie Delirium langsam an, die Spannung steigt aber schnell und nimmt dann auch nicht mehr ab. Und dann kommt das Ende.
So ein gemeines, fast schon grausames Ende habe ich selten gelesen. Wer das Ende von Delirium schlimm fand, kann sich bei Pandemonium noch mal auf eine Steigerung gefasst machen. Ihr glaubt, ich übertreibe? Ja, schön wäre es. Inzwischen sind über drei Wochen vergangen, seitdem ich das Buch beendet habe. Dennoch schwellt dieses Ende kontinuierlich in einem Winkel meines Hirns vor sich hin und vermutlich wird das noch länger so bleiben. Bestimmt solange, bis Ende Februar 2013 mit Requiem der Abschluss der Trilogie erscheint.

Versteht mich nicht falsch: Pandemonium ist ein großartiges Buch und ein echtes Lesevergnügen. Lauren Oliver hat es wieder geschafft: sprachgewaltig, spannend und einfühlsam bringt sie den Leser dazu, sich in ihrer und Lenas Welt zu verlieren. In meinen Augen ist das Buch fast perfekt. Eine Sache fand ich zwar etwas knapp abgehandelt, aber das ist mir erst im Nachhinein aufgefallen. Da war es schon zu spät: Ich hatte mich aus vollem Herzen in Pandemonium verliebt - ebenso wie damals in Delirium. Somit muss ich es einfach weiterempfehlen.
Wenn ihr das Buch gelesen habt, können wir gemeinsam darüber jammern, dass es noch so lange dauert, bis die Fortsetzung erscheint...